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Nach einem langen Insolvenzverfahren ist das Kryptounternehmen Terraform Labs endlich so weit, seine Gläubiger zu erfassen. Obwohl ein beträchtlicher Betrag für Rückzahlungen zur Verfügung steht, bleibt unklar, inwieweit dies die Gesamtschäden decken kann.
Portal für betroffene Krypto-Investoren
2022 geriet Terraform Labs in eine schwere Krise. Zwei der firmeneigenen Token, die Stablecoin TerraUSD (UST) und die Kryptowährung Terra (LUNA), brachen vollständig zusammen – mit verheerenden Folgen.
Innerhalb kurzer Zeit ging eine Marktwertsumme von über 40 Milliarden Dollar verloren. Die Panik war groß: Besitzer der Token sahen ihre Vermögen dahinschwinden, und mehrere Kryptounternehmen mussten Insolvenz anmelden.
Erst zwei Jahre später meldete Terraform Labs selbst Insolvenz an. Vor Kurzem wurde bekannt gegeben, wie Gläubiger ihre Forderungen geltend machen können. Ab dem 31. März eröffnet das Unternehmen ein spezielles Portal, über das Ansprüche auf Rückzahlungen eingereicht werden können.
Ab dem 31. März können Betroffene über folgenden Link ihren Anspruch einreichen:
Reiche deinen Terra Luna Anspruch ein!
Nur ein Monat Zeit für Krypto-Rückzahlungen
Laut Terraform Labs haben die Gläubiger vom 31. März bis zum 30. April Zeit, sich für eine Entschädigung anzumelden. Ehemalige Nutzer der beiden zusammengebrochenen Kryptowährungen müssen ihre Bestände nachweisen und ihre Wallet-Adressen angeben.
Für Gläubiger, die ihre Vermögenswerte auf zentralisierten Börsen wie Bitvavo hielten, fordert das Unternehmen sogenannte „Read-Only-APIs“. Damit können die erforderlichen Informationen automatisch aus den Datenbanken der Handelsplattformen abgerufen werden, was den Aufwand erheblich reduziert.
Sollten Nutzer dazu nicht in der Lage sein, besteht auch die Möglichkeit, Transaktionen und Kontoauszüge manuell einzureichen. Diese Anträge werden jedoch langsamer bearbeitet, da sie einer manuellen Überprüfung unterzogen werden müssen. Die geschätzte Bearbeitungszeit von Terraform Labs gilt daher nicht für solche Anträge.
Hoher Betrag verfügbar, aber unzureichend
Der Rückzahlungsplan entstand nach der Klage der US-Börsenaufsicht SEC, bei der schließlich ein Vergleich über 4,47 Milliarden Dollar erzielt wurde. Allerdings wird diese Summe voraussichtlich nicht vollständig ausgezahlt. Die Aufsichtsbehörde bevorzugte, dass die verfügbaren Mittel zur Entschädigung der Geschädigten verwendet werden. Der Insolvenzrichter in den USA genehmigte den Rückzahlungsplan, sodass Terraform Labs mit der Umsetzung beginnen konnte.
Von den 4,47 Milliarden Dollar werden nun Beträge zwischen 185 Millionen und 442 Millionen Dollar zur Entschädigung der Gläubiger bereitgestellt. Was mit dem Rest des Vergleichsbetrags geschieht, bleibt abzuwarten. Möglicherweise wird dieser später ebenfalls zur Entschädigung der nicht berücksichtigten Gläubiger genutzt.
Es bleibt jedoch unklar, wie viele Gläubiger tatsächlich eine Forderung einreichen werden und in welcher Höhe die Entschädigungen ausfallen. Eine Antragstellung kann jedoch nicht schaden – und die Zeit drängt. Melde dich daher rechtzeitig zwischen dem 31. März und dem 30. April an!