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Bitcoin (BTC) steht stark unter Druck und fiel 24.000 Dollar vom Allzeithoch von 109.000 Dollar. Der Goldkurs sinkt, und besonders die amerikanischen Techunternehmen spüren großen Schmerz. Wohin flüchten Investoren derzeit? Und warum hat der Markt so große Schwierigkeiten, sich zu erholen?
Das ist nicht der Donald Trump, mit dem die Märkte gerechnet haben
Wir befinden uns an einem Punkt maximaler Unsicherheit. Donald Trump geht wie ein Elefant im Porzellanladen vor und scheint sich überhaupt keine Sorgen um den Aktienmarkt zu machen. Während er in seiner vorherigen Amtszeit als Präsident wöchentlich über den S&P 500 und Dow Jones berichtete, haben wir ihn jetzt noch nicht über die Aktienmärkte sprechen hören.
Nun konzentriert sich Trump auf seinen Handelskrieg, mit dem er viel Unsicherheit sät, und auf die Senkung der langfristigen Zinsen in den Vereinigten Staaten, insbesondere der Zinsen für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Und eben nicht auf positive Renditen für den Aktienmarkt.
Das scheint ein wichtiger Grund für den holprigen Start von 2025 zu sein. Warum? In erster Linie, weil der Markt einen anderen Trump erwartet hatte. Der Markt rechnete mit einem Präsidenten, der alles tun würde, um den S&P 500 weiter nach oben zu treiben, und diese Erwartung war bereits in den Kursen eingepreist.
Bisher müssen wir jedoch mit einem anderen Trump leben, und darunter leidet auch der Bitcoin-Kurs.
Ein Markt voller Widersprüche
Dabei sehen wir derzeit nur Widersprüche im Markt. Korrelationen, auf die sich der Markt bis vor kurzem verlassen konnte, existieren nicht mehr.
Wir sehen beispielsweise aus den Umfragen der University of Michigan höhere Inflationserwartungen. Für das kommende Jahr rechnet man mit einer Inflation von 4,3 Prozent und für die kommenden fünf Jahre mit 3,5 Prozent. Das ist deutlich höher als die gewünschten 2,0 Prozent der amerikanischen Zentralbank.
Trotz dieser gestiegenen Inflationserwartungen sahen wir, dass die Rendite von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren seit diesem Bericht um 15 Basispunkte gefallen ist.
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Normalerweise führen höhere Inflationserwartungen zu höheren Zinsen, da Investoren für diese Inflation entschädigt werden wollen. Was sollen wir also glauben? Sollen wir auf die Inflation schauen, oder ist der Markt hier besser darin, die Zukunft vorherzusagen?
Gleichzeitig preist der Markt derzeit 55 Basispunkte an Zinssenkungen für 2025 ein, während es vor ein paar Wochen noch 29 Basispunkte waren. So sind wir in kurzer Zeit von einer Zinssenkung auf mindestens zwei Zinssenkungen gekommen.
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Macht sich der Markt dann Sorgen über das Wirtschaftswachstum? Und wie kann das mit steigenden Inflationserwartungen zusammengehen? Kommt dann eine Periode der Stagflation auf uns zu?
Du liest es schon, es herrscht eine gigantische Menge an Unsicherheit im Markt. Und was mögen Finanzmärkte nicht? Unsicherheit. Die Chance ist riesig groß, dass Bitcoin und andere finanzielle Assets aus diesem Grund starke Rückgänge verzeichnen mussten, und wir Investoren daher in Staatsanleihen und Dollar flüchten sehen.