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Der Kryptomarkt ist blutrot in die Woche gestartet. Seit vergangenen Freitag sind mehr als 310 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung verdampft. Für einige Kryptohändler bietet dieses Blutbad jedoch Chancen.
Die Kryptobörse Kraken berichtet, dass einige „Schnäppchenjäger“ gerade jetzt in Bitcoin (BTC) investieren, dessen Wert inzwischen unter 88.000 US-Dollar gefallen ist.
Bitcoin-Long-Short-Ratio auf Rekordhoch
„Der beste Zeitpunkt zum Kaufen ist, wenn Blut in den Straßen fließt“, sagte einst Baron Rothschild.
Mit anderen Worten: Der optimale Kaufzeitpunkt ist dann, wenn Panik herrscht – und genau dieses Prinzip befolgen einige Kryptohändler.
Die Long-Short-Ratio auf Kraken hat derzeit ein Rekordniveau von 0,8 erreicht. Diese Kennzahl gibt das Verhältnis zwischen Long-Positionen (Spekulation auf steigende Preise) und Short-Positionen (Spekulation auf fallende Preise) in Perpetual-Futures-Kontrakten wieder.
Perpetual Futures sind Handelsverträge ohne festes Ablaufdatum, die es Händlern ermöglichen, kontinuierlich auf Preisbewegungen zu spekulieren. Die Long-Short-Ratio wird häufig zur Messung der Marktstimmung verwendet: Sind die meisten Händler bullisch (optimistisch in Bezug auf steigende Kurse) oder bärisch (erwarten sie fallende Preise)?
Alexia Theodorou, Leiterin der Derivateabteilung bei Kraken, beobachtet einen auffälligen Anstieg von Händlern, die Long-Positionen eröffnen. Sie erklärte gegenüber CoinDesk:
„Die Long-Short-Ratio ist auf ein Rekordhoch von etwa 0,8 gestiegen, während das Open Interest ein Vier-Wochen-Hoch erreicht hat. Dies deutet darauf hin, dass Händler mit einer Erholung rechnen und effektiv ‚den Dip kaufen‘.“
Obwohl die Long-Short-Ratio mit 0,8 noch unter 1 liegt – was bedeutet, dass weiterhin mehr Shorts als Longs bestehen – ist dies der höchste jemals auf Kraken gemessene Wert. Dies zeigt, dass immer mehr Händler auf steigende Preise spekulieren.
Warum bricht der Kryptomarkt ein?
Der Bitcoin-Kurs ist inzwischen unter 88.000 US-Dollar gefallen – das niedrigste Niveau seit November. Mehrere Ereignisse am Montag haben zu diesem Crash beigetragen. In einer Pressekonferenz erklärte Präsident Trump, dass die geplante Erhöhung der Importzölle auf Waren aus Kanada, Mexiko und China wie vorgesehen umgesetzt werde.
Auch Binance spielte eine Rolle beim Einbruch der Kryptokurse. BTC fiel, nachdem die offenen Futures-Positionen auf dieser Börse um eine Milliarde US-Dollar angestiegen waren. Wahrscheinlich haben viele Kryptohändler Short-Positionen eröffnet, da sie einen weiteren Kursrückgang erwarteten.
Kryptoinvestoren bleiben vorsichtig in einem Markt, der von negativem Sentiment geprägt ist. Der „Fear and Greed Index“ zeigt derzeit sogar „Angst“ an. Die Nasdaq-Futures verdeutlichen, dass Anleger an der Wall Street aktuell jedes Risiko meiden.
Anstatt in Krypto zu investieren, suchen viele nach einem „sicheren Hafen“, beispielsweise in der japanischen Yen (JPY). Diese Währung ist derzeit besonders stark im Vergleich zum US-Dollar (USD).