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Donald Trump sorgt weiterhin für Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten und setzt vorerst genau das um, was er mit seinen Importzöllen angekündigt hat. Infolgedessen musste die US-Technologiebörse Nasdaq 100 die größten täglichen Kursverluste ihrer Geschichte verkraften. Die Nasdaq fiel um mehr als 1.000 Punkte und steckt in erheblichen Schwierigkeiten.
Wichtiger Moment für die Nasdaq
Der Druck auf die US-Technologiebörse ist mittlerweile so groß, dass der Kurs das 50-Wochen-Durchschnittsniveau (blaue Linie) unterschritten hat. Historisch gesehen ist dies eine wichtige Grenze zwischen Bullen- und Bärenmärkten.
Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Nasdaq und die Finanzmärkte insgesamt in Richtung eines Bärenmarkts abdriften. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Nasdaq auf ihr 100-Wochen-Durchschnittsniveau (grün) bei 18.005 Punkten reagiert.
Findet die Technologiebörse dort Unterstützung, oder setzen sich die Verluste fort, sodass die Nasdaq bald ihr 200-Wochen-Durchschnittsniveau bei 15.726 Punkten erreicht? In der Regel bildet die Nasdaq während Bärenmärkten an diesem Punkt einen Boden.
Hoffnungsschimmer durch Bitcoin
Angesichts der heutigen Bitcoin-Reaktion gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont. Der Bitcoin-Kurs scheint sich leicht zu stabilisieren, was ein gutes Zeichen für die übrigen Finanzmärkte sein könnte. Zudem notiert Bitcoin weiterhin deutlich über seinem 50-Wochen-Durchschnittsniveau, das üblicherweise als wichtige Grenze zwischen Bullen- und Bärenmärkten gilt.
Grundsätzlich gibt es mehrere Faktoren, die die Finanzmärkte stabilisieren und einen Bärenmarkt verhindern könnten.
Man darf nicht vergessen, dass Donald Trump erst seit weniger als drei Monaten im Amt ist, und es wäre voreilig, jetzt schon endgültige Schlüsse über seine Politik zu ziehen. Auch er ist sich der Auswirkungen seiner Importzölle bewusst.
Zu Beginn seiner Präsidentschaft betonte Trump mehrfach, dass die Senkung der 10-jährigen Anleiherendite auf Staatsanleihen eines der wichtigsten wirtschaftlichen Ziele sei. Diese Rendite ist entscheidend für die (Re-)Finanzierung der US-Staatsschulden und die Wiederbelebung der Industrie.
Sollte dies tatsächlich die Strategie sein, könnte man sagen, dass bisher alles nach Plan verläuft. Natürlich birgt diese Strategie erhebliche Risiken, da die Wirtschaft irreparablen Schaden nehmen und in eine Rezession abrutschen könnte.
Derzeit ist es jedoch noch zu früh, um zu behaupten, dass die Wirtschaft ruiniert ist. Zwar haben sich die Wirtschaftsdaten verschlechtert, doch die Kursverluste resultieren größtenteils aus der Unsicherheit, die Trump bewusst schürt.
Es ist unwahrscheinlich, dass Trump als Präsident in die Geschichte eingehen möchte, der die US- und Weltwirtschaft zerstörte. Besonders im Hinblick auf die Zwischenwahlen Ende 2026 könnte sich die Lage in ein paar Monaten bereits ganz anders darstellen.