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Es war eine heftige Woche für die Finanzmärkte. Am Mittwochabend verkündete der amerikanische Präsident Donald J. Trump seine Pläne. Obwohl der Tag als „Liberation Day“ bezeichnet wurde, erlebte die Finanzwelt dies jedenfalls ganz anders. Die Folgen waren groß, aber nicht für diejenigen, die die älteste Kryptomünze besaßen.
S&P500 verliert 5 Billionen Dollar in zwei Tagen
Während der Ankündigung am Dienstagabend sahen viele Aktienhändler ihr schlimmstes Schreckensszenario Wirklichkeit werden. Die angekündigten Zölle gelten für fast die gesamte Welt und basieren auf den Zöllen, die diese Länder auf amerikanische Produkte erheben. So würde die Europäische Union laut Trump fast 40 Prozent Importzölle für amerikanische Waren berechnen. Auch China würde das Land mit einem Zoll von über 60 Prozent stark benachteiligen.
Infolge der Ankündigung entstand eine große Panik an den Finanzmärkten. In den zwei Handelstagen nach diesem Moment verlor der Indexfonds S&P500 ganze 5 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung. Dieser Fonds folgt den 500 größten Unternehmen der Vereinigten Staaten. Die Korrektur erwies sich sogar als so stark, dass sie den Rückgang während der Corona-Pandemie im März 2020 übertraf. Damals gingen große Teile der Welt in den Lockdown, was zu einem Gesamtverlust von 3,3 Billionen Dollar führte.
Bitcoin sieht grün: leidet nicht unter Trumps Zöllen
Das Ziel von Trump ist klar. Er will die finanzielle Gesundheit seines Heimatlandes wieder herstellen. Dies bringt dem amerikanischen Staat mehr Geld ein und gleichzeitig hofft der Präsident, dass ein größerer Teil der Produktion im Land selbst stattfinden wird. Dies würde neue Arbeitsplätze schaffen. Wenn Amerikaner auch noch sehen, dass Produkte aus dem eigenen Land günstiger sind als Produkte aus dem Ausland, dann werden sie vielleicht auch mehr amerikanische Produkte kaufen. Dies hält das Geld zumindest innerhalb der Landesgrenzen.
So hofft Trump, dass die Wirtschaft wieder wachsen wird. Die Frage ist jedoch, ob dies der richtige Weg ist, da die betroffenen Länder nun auch mit ihren Gegenmaßnahmen beschäftigt sind. Wenn die Länder dies hin und her machen, dann ist die Chance auf einen tatsächlichen Handelskrieg unverkennbar groß.
Dennoch gab es eine spezifische Investition, die in diesen zwei Tagen auffallend grün blieb. Die älteste Kryptomünze Bitcoin (BTC) erwies sich als viel weniger empfindlich für die Maßnahmen als gedacht. Gerade in den letzten Monaten zeigte die Münze einige Korrelation mit dem S&P500-Index. Diesmal war es jedoch anders. Die Münze fiel zwar, aber nur um 3,7 Prozent, wonach sie die Korrektur wieder einigermaßen ausgleichen konnte.
BTC als wichtiger ‚Store of Value‘
Verschiedene Experten sehen die entgegengesetzte Bewegung als Bestätigung, dass Bitcoin eine neue Rolle im weltweiten Markt übernommen hat. Kapital war in den letzten zwei Handelstagen sicherer in den Händen der digitalen Münze als in Aktien, Fonds oder sogar Gold. Nachdem in den letzten Jahren immer mehr institutionelles Kapital durch Exchange-Traded Funds (ETFs), die langfristig investieren, in die Münze geflossen ist, ist deutlich zu sehen, dass die Volatilität und die Korrektur im Vergleich zur Vergangenheit abschwächen.
Obwohl die Münze in dieser Zeit wenig Momentum hat, erwarten Analysten, dass Bitcoin im Rest des Jahres noch viel Aufwärtspotenzial hat. Betrachtet man die weltweite Geldmenge (M2 Money Supply Growth) im Vergleich zu den Bewegungen von Bitcoin, dann gibt es einen deutlichen Zusammenhang. Da die Geldmenge voraussichtlich in diesem Jahr noch auf 127 Billionen Dollar steigen wird, schätzt der Krypto-Analyst von Real Vision Jamie Coutts, dass Bitcoin noch auf einen Kurs von über 132.000 Dollar steigen könnte.