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Wird Bitcoin (BTC) bald unter die Grenze von 80.000 $ fallen, was etwa 72.000 € entspricht? Analysten sind sich bei dieser Frage uneinig. Der Fear and Greed Index des Kryptomarktes steht derzeit auf „extremer Angst“, doch gleichzeitig kaufen BTC-Millionäre kräftig ein. Ein Analyst eines Finanztechnologieunternehmens hat volles Vertrauen in die größte Kryptowährung der Welt.
Bitcoin macht einen Sturz nach unten
Die erhöhten Einfuhrzölle von Donald Trump haben große Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Der Kryptomarkt befindet sich seit Tagen tief im roten Bereich. Kurz nach der Ankündigung fiel BTC von 88.500 $ auf 83.000 $, was umgerechnet 75.000 € entspricht. Ein Schlag ins Gesicht für alle, die an BTC als „sicheren Hafen“ glauben.
Die amerikanische Aktienbörse steckt in Schwierigkeiten. So erlebte die Nasdaq den größten Tageskursverlust aller Zeiten – ein neues Tief für traditionelle Aktien, die in diesem Jahr unter Druck stehen.
Bei Bitcoin sieht die Lage laut Joel Kruger anders aus. Als Finanzanalyst beim internationalen Unternehmen LMAX beschäftigt er sich seit Jahren mit dem Handel digitaler Währungen und Kryptowährungen. BTC liegt seiner Einschätzung nach noch weit über dem Jahrestief von 75.000 $ (etwa 68.000 €).
Kruger ruft dazu auf, nicht zu verzweifeln. Er erwartet kurzfristig eine Kurskorrektur bei Bitcoin. Anleger schätzen die wertstabilen Eigenschaften der Kryptowährung und werden letztlich wieder in BTC investieren. Kruger teilt die folgende Analyse:
„Dies fühlt sich wie ein Wendepunkt an. Immer mehr Anleger scheinen sich zu Bitcoin als wertstabile Anlage hingezogen zu fühlen und sehen es als sinnvolle Möglichkeit, in unsicheren Zeiten Risiken zu streuen.“
Nikolaos Panigirtzoglou ist Executive Director bei JPMorgan und analysiert regelmäßig die Entwicklungen auf dem Kryptomarkt. Im Gegensatz zu Kruger betrachtet er Bitcoin nicht als wertstabile Anlage. In einer E-Mail an Coindesk schreibt er:
„Die Volatilität von Bitcoin und die starke Korrelation mit Aktien werfen Fragen darüber auf, ob Bitcoin tatsächlich ‚digitales Gold‘ ist.“
Journalist und Krypto-Experte: „Donald Trump versteht nichts von Wirtschaft“
Die höheren Einfuhrzölle betreffen Länder weltweit. So wird beispielsweise eine Abgabe von 20 Prozent auf Waren aus der Europäischen Union erhoben. Die Finanzmärkte brachen nach den Nachrichten aus Washington ein. Laut Journalist Noah Smith, bekannt unter anderem von Business Insider, schadet Donald Trump der Wirtschaft, weil er die Handelsmärkte nicht versteht:
„Weil Trump die Handelsdefizite auf diese zwei Arten nicht versteht, glaubt er, dass ein US-Defizit gegenüber einem anderen Land bedeutet, dass das andere Land die USA ausnutzt.
Er denkt, dass Importe das BIP senken, weil Amerika dadurch weniger produziert und andere Länder somit die Produktion von den Vereinigten Staaten stehlen.“
Gibt es eine Korrelation zwischen Krypto und Aktien?
Einige Kryptohändler hoffen, dass sich Bitcoin eines Tages von den Aktienmärkten abkoppelt. Der jüngste Crash zeigt jedoch, dass Aktien und Krypto manchmal gleichzeitig aufgrund von Finanznachrichten aus den USA abrutschen.
Eine Studie des Forschungsunternehmens Morningstar zeigt jedoch, dass die Korrelation zwischen Kryptowährungen und Aktien relativ gering ist. Allerdings nimmt die Verbindung zwischen Aktien und Krypto in einem fallenden Markt zu, wenn Unsicherheit vorherrscht.
Nicht alle teilen die Schlussfolgerung von Morningstar. Javier Rodriguez Alarcon, Direktor der Kryptobörse XBTO und ehemaliger Top-Manager bei Goldman Sachs, schreibt zur Korrelation zwischen Krypto und Aktien:
„Trotz aller Behauptungen, Bitcoin diene als Absicherung gegen die Schwankungen des Dollars, sehen wir in der Praxis weiterhin eine starke Korrelation zwischen digitalen Vermögenswerten und den breiteren Risikomärkten in turbulenten Zeiten.“
Aufgrund des Handelskriegs von Trump und der unsicheren geopolitischen Lage verlieren Währungen weltweit an Wert. Gleichzeitig erreicht der Goldpreis jedoch immer neue Rekorde.