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Chinesische „Geisterstadt“ im Wert von 92 Milliarden € in Malaysia steht nahezu leer

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Chinesische „Geisterstadt“ im Wert von 92 Milliarden € in Malaysia steht nahezu leer

Foto: Sebastian Castelier/Shutterstock

Eine Stadt in Malaysia, in der Bewohner und Touristen luxuriöse Hotels, großartige Attraktionen und grüne Parks genießen können. Ein Ort, der durch beeindruckende Architektur und ein hochmodernes Bahn- und Fährnetz in Richtung Wirtschaftszentrum Südostasiens geprägt ist. Willkommen in Forest City: das geistige Kind des Projektentwicklers Country Garden.

Die obenstehende Werbebotschaft klingt zu schön, um wahr zu sein. Und tatsächlich trifft das auf Forest City zu.

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Der Aufstieg und Fall von Forest City

Das Megaprojekt „Forest City“ aus dem Jahr 2016 führte nicht zu einer modernen Traumstadt. Stattdessen endete es in einem Misserfolg im Wert von über 100 Milliarden Dollar, umgerechnet 92 Milliarden Euro.

Erst 15 Prozent des Baus sind abgeschlossen. Zudem leben in Forest City so wenige Menschen, dass die Stadt inzwischen als „Geisterstadt“ bekannt ist.

„Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich hier wieder bin. Es ist so einsam. Es sind nur du und deine Gedanken“, sagt ein IT-Ingenieur, der dort einst wohnte, gegenüber der BBC.

Der Ingenieur ist nur einer von vielen, die hofften, in der Metropole eine Zukunft aufzubauen. Er besaß eine Wohnung in einem riesigen Wohnkomplex mit Meerblick. Trotzdem hat er schlechte Erinnerungen an Forest City:

„Ehrlich gesagt ist es einfach gruselig. Ich hatte große Erwartungen, aber es war wirklich eine schlechte Erfahrung. Hier gibt es nichts zu tun.“

Wie konnte das passieren?

Der chinesische Immobilienmarkt erlebte 2016 goldene Zeiten. Überall im Land entstanden Hotels, Gebäude und Wohnungen für die Mittelschicht. Auch im Ausland realisierten die Chinesen riesige Immobilienprojekte.

Dass Country Garden von einer Metropole träumte, war daher keine Überraschung. Laut dem Projektentwickler sollte Forest City die Heimat von einer Million Menschen werden. Die abgelegene Lage der Stadt stellte kein Problem dar.

Fast zehn Jahre später sieht die Lage des chinesischen Immobilienmarktes jedoch ganz anders aus. In den letzten Jahren blieb das Wirtschaftswachstum in China hinter den Erwartungen zurück. Deshalb liegt das Projekt in dieser abgelegenen Gegend seit Jahren brach.

Der chinesische Immobilienmarkt steckt in einer Krise. So sank die Zahl der verkauften Häuser Anfang 2024 um 47 Prozent. Auch andere Faktoren trugen zum Niedergang von Forest City bei. Die Covid-19-Pandemie verursachte große Probleme auf dem Immobilienmarkt, und Bauprojekte kamen vollständig zum Erliegen.

Ein weiteres unerwartetes Problem für dieses Megaprojekt war die chinesische Regierungspolitik. Seit 2021 dürfen Projektentwickler deutlich weniger Geld von der chinesischen Regierung leihen. Durch diese neue Gesetzgebung verfügen viele Unternehmen kaum noch über finanzielle Mittel.

Zhai Shanying, ehemaliger Leiter der Investmentbank China Construction Bank, prognostizierte in einem Video auf seinem eigenen YouTube-Kanal wenig Gutes für den chinesischen Immobilienmarkt: 2025 werde ein „vollständiger Zusammenbruch“ stattfinden.

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Geisterstadt mit wenigen Einwohnern

In Forest City sind die Straßen ausgestorben. Ein leerer Strand ohne spielende Kinder. Niemand schwimmt im Meer, außer Krokodilen. Die Spielgeräte auf dem Spielplatz sind mittlerweile komplett verrostet. Das Einkaufszentrum, in dem eine leere Kindereisenbahn mit Musik fährt, wirkt wie aus einem Horrorfilm.

Allerdings bedeutet dieses Horrorszenario nicht, dass dort überhaupt keine Menschen leben. Die wenigen verbliebenen Bewohner bereuen jedoch meist den Umzug in die nie fertiggestellte Metropole. Ein Bewohner sagt:

„Forest City ist eine Geisterstadt. Es gibt hier überhaupt keine Menschen. Es liegt weit von der Stadt entfernt, es gibt kaum Einrichtungen, und ohne Auto kommt man nirgendwo hin.“

Tan Wee Tiam, Mitarbeiter bei KGV International Property Consultants, nennt den Mangel an ausreichenden finanziellen Mitteln als Hauptgrund für den Niedergang von Forest City:

„Ich denke, sie haben es wahrscheinlich ein wenig zu weit und zu schnell vorangetrieben. Bevor man ein so ehrgeiziges Projekt startet, ist die wichtigste Lektion, dafür zu sorgen, dass man über ausreichende Liquidität verfügt.“

Wird Forest City doch noch fertiggestellt?

Im Jahr 2016 hatten chinesische Projektentwickler große Träume. Viele von ihnen sind, auch wegen der Maßnahmen der chinesischen Regierung, im Jahr 2025 insolvent. Country Garden kämpft mit Schulden in Höhe von 200 Milliarden Dollar.

Trotz der roten Zahlen glaubt das Unternehmen weiterhin an Forest City. Es bezeichnet die Situation auf dem chinesischen Immobilienmarkt als „reines Rauschen“. Es gibt auch einen Hoffnungsschimmer: Es kursiert das Gerücht, dass die chinesische Regierung finanzielle Unterstützung für Country Garden leisten könnte.

Ob die Regierung dieser Metropole eine neue Chance gibt, bleibt abzuwarten. Vorerst bleibt Forest City eine „Geisterstadt“ und ein Beispiel dafür, wie große Träume manchmal in Albträumen enden. YouTuber Ben Morris besuchte im vergangenen Jahr möglicherweise die verlassenste Stadt Malaysias.

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Amal Bell

Amal Bell schreibt seit Februar 2024 für Crypto Insiders. Ihr Interesse an Kryptowährungen und Blockchain-Technologie wurde durch die tiefgehende Transparenz und das Potenzial für Dezentralisierung inspiriert. Sie spezialisiert sich auf das Management von Mining-Nodes, Investitionen und das Schreiben von Smart Contracts. Amal glaubt fest an eine vielversprechende Zukunft für Kryptowährungen und Blockchain, die Innovation und breitere Akzeptanz bringen werden.

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