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Die traditionellen Aktienmärkte erleben derzeit Tage extremen Unruhs und Volatilität. Investoren sehen sich erheblichen Kursschwankungen in wichtigen Indizes wie dem S&P 500 und der Nasdaq gegenüber, während auch einzelne Tech-Aktien wie Nvidia erhebliche Verluste hinnehmen. Auch der Kryptomarkt spürt dies, mit Bitcoin (BTC), das kürzlich unter die 80.000 Dollar-Marke gefallen ist.
Extreme Schwankungen und Konzentrationsrisiko
Die Ursache für die jüngsten roten Zahlen an den Aktienmärkten scheint eine Kombination aus verschiedenen Faktoren zu sein. Es handelt sich um die Kombination aus einer hohen Marktkonzentration in einer Handvoll Technologieaktien und verwirrenden Nachrichten über Handelstarife.
Der US-amerikanische S&P 500 erlebte gestern in nur fünf Stunden sechs Schwankungen von mehr als 50 Punkten, was zu einem Verlust von etwa 800 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung führte. Auffällig war, dass der Großteil des US-Marktes gestern im Plus war, während der S&P 500 und die Nasdaq negativ abschnitten.
The market is confused:
We are now seeing 50+ POINT swings in the S&P 500 on an hourly basis as the trade war accelerates.
In just 5 hours today, the S&P 500 erased -$800 BILLION in market cap with 6 swings of 50+ points.
What is happening? Let us explain.
(a thread) pic.twitter.com/tsRXt7Eu9G
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) February 27, 2025
Laut The Kobeissi Letter ist dies auf eine starke Konzentration einer Reihe großer Technologieunternehmen zurückzuführen. Nvidia, das nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Unternehmen der Welt, erlebte gestern einen Kursrückgang von etwa 10 Prozent, was zu einer Schwankung von mehr als 300 Milliarden Dollar an Marktwert führte. Kurz gesagt, die Schwankung des Nvidia-Aktienkurses allein verursachte bereits einen massiven Schlag für den S&P 500.
The Kobeissi Letter schreibt:
„Selbst während der Großen Depression in den 1930er Jahren war die Marktkonzentration nicht so hoch.“
Verwirrung über Handelstarife Trump
Die Marktvolatilität wird weiter angeheizt durch widersprüchliche Nachrichten über Handelstarife, wie sie zuvor in den Finanznachrichten zu lesen waren. Präsident Trump hat eine Reihe von Tarifmaßnahmen angekündigt.
Während einer kürzlichen Q&A-Sitzung erklärte Trump: „25 Prozent Zölle auf Autos und andere Dinge aus der EU.“ Es ist unklar, was „andere Dinge aus der EU“ genau bedeuten.
Später kündigte er an, dass ab dem 4. März ein zusätzlicher Zöllsatz von 10 Prozent auf chinesische Waren eingeführt wird, zusätzlich zu dem 10-Prozent-Zoll, der bereits Anfang des Monats in Kraft trat.
Darüber hinaus kündigte Trump an, dass ab dem 4. März Zölle von 25 Prozent auf Kanada und Mexiko erhoben werden. Zuvor hatten die Länder eine Vereinbarung getroffen, die Zölle für einen Monat auszusetzen, wenn Kanada und Mexiko mehr gegen den Drogenstrom aus diesen beiden Ländern in die USA unternehmen würden.
In dieser Hinsicht ist Trump der Meinung, dass es noch nicht gut läuft: „Drogen strömen immer noch in unser Land aus Mexiko und Kanada.“ Und daher treten die Zölle einen Monat später in Kraft, es sei denn, es wird in der Zwischenzeit doch noch eine Vereinbarung getroffen. Diese Unsicherheit führt dazu, dass viele Investoren lieber (teilweise) an der Seitenlinie stehen.
Risikovermeidung und Verschiebung in sichere Häfen
Diese Ansammlung von Zollerklärungen und Unklarheiten sorgt also für viel Unruhe bei den Investoren. Die aktuellen Marktbedingungen führen zu einer deutlichen Verschiebung hin zu weniger riskanten Investitionen.
Investoren ziehen sich aus risikoreichen Anlagen zurück. Laut Marktdaten befinden sich derzeit etwa 7 Billionen Dollar in Geldmarktfonds, die eine risikofreie Rendite von mehr als 4 Prozent bieten.