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Ab April 2025 gilt eine neue Einkommensgrenze für das Elterngeld: Paare mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen über 175.000 Euro verlieren ihren Anspruch auf die staatliche Unterstützung. Was auf den ersten Blick wie ein harter Einschnitt wirkt, lässt sich jedoch mit gezielten Maßnahmen abmildern – zumindest für einige Haushalte.
Versteuertes Einkommen ist nicht gleich Brutto
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, das zu versteuernde Einkommen mit dem Brutto- oder Nettoeinkommen gleichzusetzen. Tatsächlich ist es jedoch das Ergebnis nach Abzug von Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben und persönlichen Freibeträgen. Genau an diesen Stellschrauben können Paare drehen, um das Jahreseinkommen unter die kritische Grenze zu senken.
Beispielsweise können zusätzliche Einzahlungen in eine Rürup- oder Riester-Rente das steuerpflichtige Einkommen deutlich reduzieren. Auch Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen wie Krankheitskosten können steuermindernd wirken. Wer rechtzeitig plant und steuerliche Beratung in Anspruch nimmt, kann auf legalem Weg unter die Grenze kommen – ohne auf tatsächliches Einkommen verzichten zu müssen.
Gestaltungsmöglichkeiten für Selbstständige und Angestellte
Besonders Selbstständige profitieren von mehr Flexibilität. Sie können Einnahmen ins Folgejahr verschieben oder Investitionen vorziehen. Mithilfe des sogenannten Investitionsabzugsbetrags lassen sich zukünftige Investitionen steuerlich bereits im laufenden Jahr geltend machen, was das Einkommen effektiv reduziert.
Angestellte haben weniger Spielraum, können aber dennoch Einfluss nehmen. So ist es beispielsweise möglich, mit dem Arbeitgeber die Auszahlung von Boni oder Sonderzahlungen zeitlich zu verlagern. Auch freiwillige Altersvorsorgebeiträge bieten Potenzial zur Reduktion des steuerpflichtigen Einkommens.
Manche Paare entscheiden sich dafür, ihre Gehälter vorübergehend zu reduzieren oder ihren eigenen Unternehmen Kredite zu gewähren, um das zu versteuernde Einkommen zu senken. Solche Schritte erfordern jedoch eine rechtlich einwandfreie Umsetzung und sollten steuerlich sorgfältig geprüft werden.
Die neue Elterngeldregelung ist besonders für einkommensstarke Familien in Ballungsräumen eine Herausforderung. Gerade dort, wo hohe Gehälter oft nötig sind, um die Lebenshaltungskosten zu stemmen, trifft die Grenze besonders hart. Eine individuell abgestimmte Steuerstrategie kann jedoch Abhilfe schaffen.
Wichtig ist, frühzeitig zu planen und sich professionelle Unterstützung zu holen – damit sich das Elterngeld trotz neuer Hürden weiterhin lohnt.
Disclaimer: Die in diesem Text bereitgestellten Informationen stellen keine steuerliche Beratung dar. Sie dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und ersetzen keinesfalls eine individuelle Beratung durch einen Steuerberaterin. Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten sind stets im Einzelfall zu prüfen und sollten nur in Absprache mit qualifizierten Fachleuten umgesetzt werden.