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Elizabeth Warren und Maxine Waters haben die US-Börsenaufsicht SEC um Informationen zu den Krypto-Projekten von Trump gebeten, die aus seinen Aktivitäten bei World Liberty Financial hervorgehen.
Anfrage an die SEC: Besteht ein Interessenkonflikt?
Die beiden Abgeordneten haben in einer Art WOB-Anfrage (US-amerikanisches Pendant zum Informationsfreiheitsgesetz) bei der SEC nachgefragt, ob es möglicherweise einen Interessenkonflikt zwischen Trumps Unternehmen und der SEC geben könnte.
Maxine Waters, ranghohes Mitglied des Ausschusses für Finanzdienstleistungen, und Elizabeth Warren, ranghohes Mitglied des Ausschusses für Banken, Wohnungswesen und städtische Angelegenheiten, haben SEC-Vorsitzenden Mark Uyeda schriftlich aufgefordert, sämtliche Kommunikation zwischen World Liberty Financial Inc. und der SEC aufzubewahren. Sie wollen sicherstellen, dass die verfassungsmäßigen Pflichten des Kongresses erfüllt werden.
World Liberty Financial hat im Namen von Donald Trump, Donald Trump Jr. und Eric Trump mehr als 500 Millionen USD durch den Verkauf des Governance-Tokens $WLFI eingenommen. Rund 75 % dieser Erlöse fließen an die Trump-Familie. Außerdem plant das Unternehmen die Einführung einer eigenen Stablecoin namens USD1. Die Familie hat durch Gebühren bereits etwa 400 Millionen USD verdient.
Verdacht auf Beeinflussung der SEC
Laut Warren und Waters besteht ein klares Interessenkonfliktpotenzial: Die Trump-Familie könnte die Kryptoindustrie zu ihrem Vorteil beeinflussen, insbesondere durch Bundesbehörden wie die SEC. Berichte zeigen, dass Unterstützer von World Liberty Financial offenbar bevorzugt behandelt wurden.
Justin Sun, gegen den die SEC schwerwiegende Vorwürfe erhoben hatte, erhielt plötzlich eine vorläufige Begnadigung, nachdem er zunächst 30 Millionen USD und später 75 Millionen USD in $WLFI investierte.
Warren und Waters fordern daher die Offenlegung aller Dokumente, einschließlich der Kommunikation zwischen der SEC und World Liberty Financial, Justin Sun, sowie den Token USD1 und $WLFI. Sie verlangen auch Auskunft über die Verfahren und Vorschriften, die sicherstellen sollen, dass die Trump-Familie die SEC nicht beeinflusst.
Schlusswort: Transparenz im öffentlichen Interesse
In ihrem Schreiben betonen Warren und Waters:
„Das amerikanische Volk hat ein Recht darauf zu wissen, ob die Finanzmärkte unparteiisch reguliert werden oder ob Entscheidungen im finanziellen Interesse der Familie von Präsident Trump getroffen werden.“
Seit Trump Mark Uyeda als SEC-Vorsitzenden berufen hat, wurden mehrere Untersuchungen und Klagen gegen Kryptounternehmen eingestellt, darunter auch einige, die Trumps Wahlkampf finanziell unterstützt hatten.